Die Abteilung Billard der SG Rot-Weiss Netzen wurde im August 1973 gegründet. Der erste Vorsitzende der Abteilung, damals noch Sektion genannt, war Helmut Lummert. Im Sportzentrum Netzen wurde ein Raum zur Verfügung gestellt. Die ersten Mitglieder nahmen in der Kreisklasse den Spielbetrieb auf und schafften schon im ersten Jahr den Aufstieg in die Bezirksklasse. In dieser Spielklasse hatte die Mannschaft schon größere Entfernungen zu überwinden, um zu den Auswärtsspielen in Mittenwalde, Ludwigsfelde oder Jüterbog anzutreten.
  1975 wurde dann durch den Zulauf der ehemaligen Mitglieder aus Prützke eine zweite Mannschaft gebildet. Ein weiteres Jahr später, 1976, stieg die I.Mannschaft in die Bezirksliga auf und etablierte sich dort in den folgenden Jahren. In der Saison 1978/79 erspielte sich die Mannschaft bereits den 3.Platz und mit Hartmut Mielke(239,0 GD) und Dietmar Rozansky(236,9 GD) schafften es gleich zwei Netzener unter die ersten sechs in der Einzelrangliste der Bezirksliga.
  Neun Jahre nach der Gründung der Abteilung Billard, 1982, wurde die I.Mannschaft erstmals Bezirksmeister und stieg nach dem Endspielsieg über Einheit Jüterbog in die DDR - Liga auf. Jedoch erwiesen sich in der zweithöchsten Spielklasse die Gegner als zu stark und es folgte der sofortige Abstieg zurück in die Bezirksliga. Von nun an ging es auf und ab, 83-85 Bezirksliga, 85-87 DDR-Liga, 87/88 Bezirksliga, bevor die Mannschaft 1988 erneut in die DDR - Liga aufstieg und zu einer festen Größe der Liga wurde.
  Von Beginn an wurde in Netzen besonderer Wert auf Nachwuchsarbeit gelegt. So wurde Mario Mielke 1980 nach seinem ersten Bezirksmeister-Titel auch DDR-Meister. Insgesamt erspielte er sich vier Bezirksmeistertitel sowie nach seinem zweiten DDR-Meister-Titel 1982 zwei Silbermedaillen bei DDR-Meisterschaften(84,86). Ein weiterer Beweis für gute Nachwuchsarbeit in Netzen sind die fünf Bezirksmeistertitel von Sven Reich, dem es 1988 und 1990 gelang jeweils die Disziplin in die Vollen(2x100 Stoß) als auch Billard-Kegeln-Zweikampf(BK II) für sich zu entscheiden. Er konnte jedoch bei vier DDR-Meisterschafts-Teilnahmen keine Medaillen erspielen. Beide Sportler spielen heute gemeinsam in der I.Mannschaft.
  1990 wurde zum letzten mal der Mannschaftspokalwettbewerb des DBSV der DDR ausgetragen. Die Netzen-Auswahl (M.Schulze, M.Reich, S.Reich u. R.Just) unterlag erst im Achtelfinale dem damaligen Oberligisten SV Chemie Guben nur knapp!

Nach der politischen Wende entwickelte sich in Deutschland das 5-Kegelbillard, wo auf einem größeren Billardtisch gespielt wird. Sven Reich war zunächst der einzige Netzener, der sich in dieser Spielart versuchte. Um zu trainieren fuhr er bis nach Premnitz (40 km). 1991 war erstmals in der Vereinsgeschichte ein Sportler auf internationaler Ebene aktiv. Sven Reich konnte sich für die Junioren Europameisterschaft 5-Kegelbillard in Sorrento(Italien) qualifizieren. Dort belegte er dann nach einer guten Vorrunde Platz 10.
  Im selben Jahr schafft die II.Mannschaft nach langen Jahren (1980-1991) in der Bezirksklasse den Aufstieg in die Regionalliga, später Landesliga genannt, und erspielte sich gleich im ersten Jahr den Staffelsieg.
  Auf Grund des Umbaus des Sportzentrums zog die Abteilung Billard 1996 um in die neu errichteten Räume in Konni´s Stübchen in Netzen. Hier bot sich uns eine ausgezeichnete Spielstätte, die bis heute gern von anderen Vereinen besucht wird. Wir als Mitglieder der Abteilung lebten uns schnell ein und knüpften an unsere Leistungen nahtlos an.
  Bei Ihrem Erfolg bei der Bundesmeisterschaft BK II 1997 mußten sich Mario Mielke(Gold) und Sven Reich(Bronze) einer Dopingkontrolle unterziehen! Die Kontrolle der vier Erstplatzierten wurde von der Deutschen Billard Union angeordnet, da Billard in diesem Jahr olympisch wurde. Es war die bisher einzige Kontrolle, der sich Netzener Billardspieler unterziehen mußten. Es wurden bei allen vier Sportlern keine erhöhten Werte festgestellt.
  Auch 1997, sowie 1998 fand sich in Netzen wieder eine Pokal-Auswahl zusammen, die an den bis dahin größten Pokalerfolg von 1990 anknüpfen wollte. Mit Platz 3 im Landespokal 1997, Platz 2 1998 und Platz 4 im Bundespokal 1998 gelang dies sehr gut.

Nach Abschluß der Verbandsliga-Saison BK BRB 1999/2000 stand die I.Mannschaft zum dritten mal in Folge auf Platz 2. Durch das Zurückziehen des Bundesmannschaftsmeisterschafts-Teams vom SV Dresden-Reick sollte der dadurch freie Startplatz im "Oberhaus" zwischen dem 8., Absteiger der Bundesmannschaftsmeisterschaft, sowie den zweitplatzierten der Verbandsligen Brandenburg und Sachsen ausgespielt werden. Durch die Absage der beiden anderen Teams kam die I.Mannschaft der SG Rot-Weiss zum Aufstieg zur Bundesmannschaftsmeisterschaft BK. In dieser ersten Saison in der höchsten Liga des Billard-Kegeln sicherten sich die Netzener am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt und belegten am Ende Platz 6. Den bisher größten Mannschaftserfolg in der Vereinsgeschichte schaffte das Team in der Saison 2001/02, als Sie am Ende Platz 4 belegten.
  Auch in den Neunzigern wurde im Nachwuchsbereich viel in Netzen getan. Größtes Talent ist wohl bis Heute Patrick Just, der neben den Titeln Landesmeister 1996, 98, 2000, 01 und Deutscher Meister 1998, 2000, 01 auch zahlreiche Silber- und Bronzemedaillen errang. Außer Patrick Just konnte Torsten Menz neben zwei Bronze-Medaillen bei den Landesmeisterschaften 1995, 96 auch Bronze bei der Deutschen Meisterschaft 1995 erspielen. Ein weiterer junger Spieler, der in Zukunft von sich reden machen wird ist Jochen Wichary, der bereits als elfjähriger Vize-Landesmeister 2000 wurde und ein Jahr später, 2001, eine Bronze-Medaille gewann. Bei seiner ersten Teilnahme an der Deutschen Jugendmeisterschaft 2002 erspielte er ebenfalls eine Bronze-Medaille.

Die Entwicklung des 5-Kegelbillard in Netzen scheiterte trotz zweier dritter Plätze in der Verbandsliga von Sven Reich und Patrick Just 1996 und 1997 bisher an der Anschaffung eines großen Billard´s. So entschied sich Sven Reich mittels Gastspielgenehmigung für den SV 1885 Rhinow zu spielen. 2001 wurde er dort Landesmannschaftsmeister 5-KB und schaffte den Aufstieg in die Bundesliga.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Abteilung Billard war der Online - Gang im Mai 2001.
Beim Tag des Sport´s 2002 der Gemeinde Kloster Lehnin präsentierte der Technische Leiter die Abteilung Billard mit einer Ausstellung!